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Beruf = Berufung?

Autor: Leandro


Ich kann mich noch gut daran erinnern, als mir zum ersten Mal wirklich bewusst wurde, dass es eine Zeit nach der Schule gibt. Eine Zeit in der ich aktiv Entscheidungen treffen muss, die Auswirkungen auf mein ganzes zukünftiges Leben haben werden. Und das in einem anderen Ausmaß als: gehe ich in die Badminton- oder in die Schach-AG, spiele ich Fußball, oder mache ich doch lieber Musik…

In der Schule beginnt man dann über Berufe zu sprechen. Bewegt man sich, so wie ich, in christlichen sozialen Kreisen, kommt man unweigerlich mit dem Begriff "Berufung" in Kontakt. Berufung, so schien es mir, ist ein klarer Auftrag von Gott persönlich, der mir am besten auf übernatürliche Weise zeigt, welchen Berufsweg ich einschlagen soll. Der Gedanke später "in meiner Berufung zu leben", entwickelte sich in mir zur Idealvorstellung eines glücklichen und gottgefälligen Daseins.

Es gibt Menschen, die sind berufen zum Lobpreiser, berufen zum Pastor oder berufen in die Mission zu gehen und das Evangelium in einem fremden Land zu verbreiten. Ich habe aber noch keinen getroffen, der mir sagte, er sei berufen zum Fließbandarbeiter, oder zum Diplom-Finanzwirt. Ich fragte mich, ob man denn nur in den geistlichen Dienst oder in eine Handvoll anderer Berufe wie Arzt, Lehrer oder Sozialarbeiter von Gott berufen werden kann.

Trotz mehreren Gebeten in denen ich ihm mein Leben hingegeben und gefragt habe, was meine Berufung sei, habe ich keine klare Ansage bekommen, was ich jetzt studieren oder lernen soll. Ich bin mir sicher, dass Gott Menschen auch auf übernatürliche Weise zeigt, welchen Berufsweg sie einschlagen sollen. Nur hat er es bei mir eben nicht getan. Und ich glaube, ich bin nicht der Einzige.

Aber Gott hatte etwas anderes mit mir vor. Er wollte mir etwas viel Wichtigeres zeigen. Nämlich, dass er mein Herz sieht (1. Sam 16, 7). Ihm ist gar nicht so wichtig, was man genau beruflich macht. Deswegen ist ein Gebet, in dem man Ihm sein Leben und seine Zukunft hingibt, richtig und wichtig aber wir müssen nicht verwundert sein, wenn keine step by step Anleitung dabei herauskommt. Gott ist viel mehr an unserem Herz interessiert. Er ist nicht ergebnisorientiert, sondern will Beziehung mit uns - in jeder Lebensphase.

Wie konnte ich mich jetzt für meinen Berufsweg entschieden? Ich habe mir meine Stärken, Schwächen und Interessen bewusst gemacht und dann einfach ausprobiert. Ich glaube, dass Gott uns Talente schenkt und auch Interessen und Wünsche in uns hineinlegen kann. Also, wenn du super in abstraktem Denken bist und dich schon immer gefragt hast, warum 1+1=2 ist, dann ist mein Tipp: go for it. Studier‘ Mathematik. Du kannst in diesem Bereich Gott genauso dienen, wie als Lobpreisleiter in einer Gemeinde.

Aber was ist jetzt mit der Berufung? Wozu bin ich berufen?

Die Bibel gibt Antwort:

"Von allem Anfang an hat er uns dazu bestimmt, durch Jesus Christus seine Söhne und Töchter zu werden. Das war sein Plan; so hatte er es beschlossen." Epheser 1, 5 (NGÜ)

Ich glaube nicht, dass Berufung in erster Linie mit Beruf zu tun hat.

Wir sind berufen, Söhne und Töchter Gottes zu sein und das schon vor Anbeginn der Zeit.

Diese Berufung teilen wir mit jedem Menschen, der Jesus in sein Herz lässt und ihn als seinen Herrn und Retter annimmt.

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