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Die Urheberrechte Gottes

Vielleicht bist du ja sogar Jurastudent/-in, vielleicht aber auch „nur“ BWLer/-in wie ich. Egal auf welchem Weg du dich gerade befindest. Ich will dir heute sagen: Wenn Gott durch mein Medien- und Urheberrecht in der Prüfungszeit zu mir sprechen kann, kann er es auch bei dir tun! Und nein, Recht ist nicht mein Lieblingsfach und mir fällt es auch echt schwer, mich dafür aufzuraffen – aber, was muss, das muss, oder?


Ich brüte also gerade über dem lieben Urheberrecht und schaue Folie für Folie, ob da etwas lebensrelevantes auf mich wartet. Ist es bei dir auch so, dass du Gott aus manchen Bereichen einfach rauslässt, weil sie dir für nicht „göttlich“ vorkommen? Oder, weil es Module in deinem Leben sind, in denen du nicht gut bist, unmotiviert eingestellt oder enttäuscht und hoffnungslos bist? Für mich sind einige Module in der Uni so wirklich gar keine Plätze, an denen ich Gott erwarte. Also scrolle ich mein viel zu langes Skript auf, reiße mich soweit es geht zusammen und hoffe, dass der hintere Teil von meinem Prof vielleicht doch noch gestrichen wird.


Auf Folie fünf stoße ich auf die „Creative Commons“. Vielleicht hast du schon mal von ihnen gehört. Dabei handelt es sich um schöpferisches Gemeingut, also Werke, deren Urheber ganz einfach ihre Nutzungsrechte der Öffentlichkeit einräumen. Keine finanzielle Gegenleistung, keine juristischen Einschränkungen und Gefahren. Wie kann man so großzügig sein? Also mal echt, wieso gibt es Menschen, die anderen Menschen so einfach ihr Werk frei zur Verfügung stellen? Dabei legen manche Künstler noch nicht mal Wert auf eine Namensnennung. Verrückt, oder? Also ich finde diese Menschen faszinierend, sage ich mir, während ich nachdenklich von meinem Skript aus meinem Fenster hinausschaue.

„Ich bin es! Ich habe diese Eigenschaft in meine Künstler hineingelegt, weil ich selbst so einer bin und noch viel mehr!“, sprach Gott plötzlich ganz klar zu mir, „kannst du dir vorstellen, wie viel mehr verschwenderisch ich als Urheber meiner Werke hier auf Erden war und bin?“ Dann fiel mein Blick auf die Blumen im Garten und die Bäume, die immer grüner wurden, jeder von ihnen in einem anderen Grün. „Ich bin der Schöpfer und nur, weil ich euch so verschwenderisch liebe, habe ich das alles, was du siehst, so einzigartig wunderbar geschaffen. Und ich habe nicht mal im Ansatz darüber nachgedacht, meine Urheberrechte zu behalten, sondern habe die Nutzungsrechte an euch abgegeben. Damit ihr gut damit umgeht.“ Ich begann langsam zu verstehen.


Gottes Wesen ist verschwenderisch! Wenn Künstler also ihre Werke bedingungslos teilen, habe ich nur eine winzige Ahnung, davon, wie bedingungslos Gott alles, was er schuf, liebt: Von der Blume bis zu mir. Er möchte, dass wir voneinander Gebrauch machen. Ja, ich glaub sogar, dass man mich vervielfältigen darf und ich kommerziell bin. Im positivsten Sinne. Ich denke, Gott freut sich ziemlich, wenn seine Werke eine Werbung für ihn sind und sich vermehren und verbreiten. Ich begann den dringenden Wunsch zu haben, mich auch so verschwenderisch für andere hinzugeben.


Und gleichzeitig wurde ich auch wütend. Ich mein, Gott sieht doch, wie Menschen mit mir umgehen? Will er mich nicht schützen? Er sieht doch, wie wir Menschen seine Werke mit Füßen treten, oder? Kann doch nicht sein, dass er seine Rechte an mir als sein Werk einfach so abgibt. Da sagte er: „Mein Kind, DU bist die Krone meiner Schöpfung! Auf DIR liegt mein Copyright! Von mir allein kommt DEINE unantastbare Würde, DIR wird kein Haar gekrümmt werden und ich allein entscheide, wann und wo ich DICH veröffentliche. DU bist mein kostbares Werk. DU bist nicht nur aus verschwenderischer Liebe an dein Umfeld, sondern als mein Ebenbild und kostbares Wesen geformt. Äußerlich wird man meinen Namen zwar nicht eingraviert oder in deinem Impressum vermerkt sehen, aber DU trägst meinen Namen in dir. So wird jeder sehen, dass DU zu mir gehörst. DICH gibt es kein weiteres Mal, DU bist nicht kopierbar. Auf DIR liegt mein Urheberrecht, ich schütze dich!“

Dein Urheber



Written by Isi

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