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Mit wem bist du unterwegs?

Ich habe vor kurzem eine Geschichte von drei Leuten in der Bibel gelesen, die sich dagegen gewehrt haben, ihren Glauben und ihre Überzeugungen aufzugeben.


Und Gott stellte sich zu ihnen.


Es geht um eine Geschichte aus dem Buch Daniel (Kapitel 3) und es beginnt mit einem König, der ein goldenes Bildnis aufstellt. Er ordnet an, dass sich jeder vor diesem Bildnis niederwerfen und es anbeten soll. Jeder der sich diesem Befehl widersetzt würde bei lebendigem Leibe verbrannt.


Solche Szenen kennt man normalerweise aus dystopischen Science-Fiction Dramen wie „Tribute von Panem“ oder „Divergent“ aber nicht aus dem echten Leben. Machtbesessene Diktatoren, die alle aus dem Weg räumen, die sich ihnen nicht unterordnen und ihnen nicht huldigen.

Natürlich bleibt das nicht unbemerkt und sie werden angezeigt und vor den König gebracht - Wer wurde auch mal an den Lehrer oder die Eltern verpetzt?

Der gibt ihnen noch eine letzte Chance und sagt: „Wenn ihr euch jetzt niederwerft und mein Bildnis anbetet, dann müsst ihr nicht sterben. Wenn nicht, dann werdet ihr bei lebendigem Leib verbrannt.“

Sie antworten dem König, dass sie ihren Glauben nie verleugnen würden und dass ihr Gott sie retten kann! Long story short: der König wird wütend, lässt ordentlich einheizen und wirft sie in den Ofen.

Aber dann passiert etwas Unfassbares: plötzlich sind in dem Feuer vier Personen statt drei.

God showed up! Als es eigentlich schon zu spät scheint. In dem Moment wo nur noch etwas übernatürliches helfen kann.

Der König sieht das, lässt die drei aus dem Feuer holen und erkennt, dass das Feuer ihnen nichts anhaben konnte. Er versteht, dass sie mit einem Gott unterwegs sind, der sie nicht im Stich lässt und größer ist als alle Götter, die er kannte.

Als ich die Geschichte gelesen habe sind mir drei Dinge wichtig geworden:

1. Diese drei Leute hatten ein unglaublich großes Vertrauen in Gott

Ihre Antwort an den König war: Unser Gott kann uns retten!

Ihr Vertrauen lag nicht in ihrer eigenen Stärke. Wie auch? Das war rock bottom. Sie standen kurz vor dem Tod. Das war das Ende – und doch vertrauten sie weiter auf Gott.

Ich glaube, dass ihr Vertrauen nicht einfach so da war, sondern von unzähligen Erfahrungen mit Gott kam. Unzählige Entscheidungen, Gott in kleinen Dingen zu vertrauen.

Vertrauen kann eine Entscheidung sein, aber es ist auch etwas was wächst. Es ist ein Prozess. Und es kommt von vielen kleinen Situationen, die dann größer werden.

Allzu oft ertappe ich mich im Alltag, dass ich mich auf mich selbst verlasse. Allzu oft setze ich mein Vertrauen auf Dinge wie Freunde, Job-Sicherheit und Geld. Und ich bin dankbar für alle diese Dinge. Unglaublich wertvoll! Und doch bieten diese Dinge keine echte Sicherheit und ich komme immer wieder an den Punkt zu sagen: „Gott, ich brauche dich und ich vertraue dir. Schau in mein Herz und zeig mir, ob ich auf dem richtigen Weg bin.“

2. Diese drei Leute waren kompromisslos in ihrem Glauben

Ich glaube, dass dieser Punkt stark mit dem ersten zusammenhängt. Ich glaube, dass ihre Kompromisslosigkeit erst zeigt, wie stark ihr Glaube und ihr vertrauen in Gott war. Ihre Antwort an den König war: Selbst, wenn unser Gott uns nicht aus dem Feuer retten wird - wir werden dein Bild nicht anbeten.

Wow! Für diese drei Leute war ihr Glaube und ihr Vertrauen in Gott alternativlos.

Gary Vee hat mal die Frage gestellt: “Wo liegt deine Ziellinie?”

Wie weit bin ich bereit zu gehen? Wie viel bin ich bereit zu investieren? Wann komme ich an den Punkt aufzugeben? Keine einfachen Fragen...

In manche Dinge sollte man wahrscheinlich nicht endlos investieren und manche Dinge, in die wir investieren, sollten wir vielleicht sogar aufgeben. In manchen Bereichen brauchen wir vielleicht mehr Ausdauer oder mehr Kraft.

Wie sieht es mit meinem Glauben aus? Wie sieht es mit meinen Überzeugungen aus? Wie wichtig sind mir meine Überzeugungen und mein Glaube? In welchen Bereichen gehe ich Kompromisse ein?

Es geht hier nicht darum, mit dem Finger auf jemanden zu zeigen oder uns klar zu machen, wie schlecht wir doch sind. Wir sind nicht perfekt. Da können wir Gott sowieso nichts vormachen. Er erwartet auch nicht von uns, dass wir so etwas aus eigener Kraft schaffen.

Aber die Frage hilft mir, zu erkennen, wo ich Jesus noch nicht vertraue. Es hilft mir zu erkennen, wo mein Bild von Gott noch zu klein ist und wo ich mich auf mich selbst verlasse. Es hilft mir zu wachsen und mein Vertrauen zu Gott zu stärken. Es hilft mir, Jesus ähnlicher zu werden.

Gott verspricht, dass die Herausforderungen, die er in unseren Leben zulässt, nicht größer werden, als was wir tragen können und dass er uns alles gibt, was wir dafür brauchen (1.Korinther 10:13, Bibel).

Gott will, dass wir im Leben wachsen und stärker werden - mit ihm und durch ihn. Sind wir dabei?

Er traut uns wahrscheinlich oft mehr zu, als wir uns selbst.

3. Gott ist da. Er hat Kraft. Er stellt sich zu ihnen.

Wenn ich an Gott und seine Eigenschaften denke, dann fallen mir sofort die folgenden drei ein: Allmächtig. Allwissend. Allgegenwärtig.

Diese drei Eigenschaften – gepaart mit einer gehörigen Portion Liebe für jeden einzelnen Menschen – können dein und mein Leben verändern.

Gott hat alle Kraft. Er ist unbegrenzt in dem was er tun kann. Gleichzeitig tut er nichts, was seinem Charakter entgegensteht. Für ihn ist es kein Problem, Leute aus dem Feuer zu retten. Für ihn ist es kein Problem mich in meinem Alltag zu retten. Es ist kein Problem für ihn, wenn ich Heilung brauche. Es ist für ihn keine Herausforderung, wenn ich in meinem Herzen Frieden brauche.

Gott ist allwissend. Ich muss und kann vor ihm nichts verstecken. Gott weiß, wie es in meinem Herzen aussieht. Er weiß, welche Dinge mich belasten. Er kennt meine Gefühle und meine Gedanken. Er weiß, wo ich mich selbst belüge und wo ich nicht sehe, was er in mir sieht - wo ich nicht sehe, was Gott in mich hineingelegt hat und wie wunderbar er mich gemacht hat. Gott weiß genau, was im Leben der drei Leute los war, die der König ins Feuer werfen will.

Gott ist allgegenwärtig. Er ist überall. Er ist nicht begrenzt durch Entfernungen. Er ist nicht abhängig davon, wo ich bin. Paulus hat das mal so schön in der Bibel ausgedrückt: “Und doch ist er ja jedem einzelnen von uns nicht ferne.” (Apostelgeschichte 17:27, Bibel). Für ihn war es kein Problem im Feuer bei den drei Leuten aufzutauchen und bei ihnen zu sein. Für ihn ist es kein Problem, in meinem Alltag aufzutauchen. Ich muss nicht an einen bestimmten Ort gehen, um zu ihm zu sprechen oder um seine Stimme zu hören, oder um seine Gegenwart zu erleben.

Vor einigen Jahren habe ich Gott sehr stark erlebt und es hat meinem Vertrauen in Gott einen riesigen Boost gegeben. Es gab eine Verletzung, die ich über mehrere Monate mit mir herumgetragen habe und einfach nicht losgeworden bin. Ich hatte alles versucht: Vergeben, Beten, mit Leuten sprechen, etc.

Ich wurde es nicht los. Es wurde zwar weniger schmerzhaft, aber ich hatte weder Freiheit noch Frieden in mir. Es hat mich immer wieder heruntergedrückt und ich hatte das Gefühl, dass es Kraft über mein Leben hat.

In dieser Zeit habe ich dann ein Trainingsprogramm für Leiter in Gemeinden angefangen und Teil davon war Mentoring. Also habe ich mich mit meinem Mentor getroffen und ihm auch von dieser Situation erzählt. Was dann folgte war eine der intensivsten Zeiten in Gottes Gegenwart, die ich je erlebt habe. Und in dieser Zeit hat sich etwas in meinem Herzen verändert. Am Ende hat mir mein Mentor noch gesagt: “Diese Sache hat keine Kraft, kann sie nicht, hat sie nicht.” - Ich habe dieses Treffen mit einem breiten Grinsen verlassen.

Es dauerte ca. eine Woche in der ich mich immer wieder an diesen Satz erinnert habe und danach - war ich 100% frei. No hard feelings. Frieden. Freiheit. Vergebung aus vollem Herzen.

Es ist schwer nachzuvollziehen, wenn man selbst nicht in der Situation steckt, aber für mich war das ein Wunder. Gott hat mir Frieden und Freiheit geschenkt und damit auch ein neues Level von Lebensqualität. Etwas was ich nicht aus eigener Kraft schaffen konnte hat er mir geschenkt. Manchmal muss man dranbleiben, weil mein Zeitplan und meinen Vorstellungen nicht die gleichen sind wie die von Gott, aber er ist treu.

Gott hat die Kraft, mich aus einer belastenden Verletzung zu befreien. Er weiß, wie es in mir aussieht und was ich fühle. Er war da - mit seiner Gegenwart - als ich ihn brauchte.

Das kann er auch in deinem Leben. Gott ist treu.

Mit wem gehen wir durchs Leben? Gott hat uns nicht gemacht, damit wir alleine durch das Leben gehen. Er hat uns gemacht, um in einer Beziehung mit Jesus durch das Leben zu gehen - nicht allein.

Ist uns bewusst, mit wem wir hier unterwegs sind? Wir können mit einem Gott durchs Leben gehen, der stärker ist als alle Herausforderungen, die uns begegnen können. Es lohnt sich ihm zu vertrauen.

Danke Jesus.

Viel Segen euch 🙌

Jonas

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