• Chris

Wodurch bestimmst du deinen Wert?


1.1.Einführung

Ganz ehrlich, wer kennt es nicht: Fehler. Ich möchte an der Stelle aber nicht, dass wir auf den Punkt „Ja, jeder macht mal Fehler, die Zeit heilt schon alle Wunden“ gehen und damit alles verallgemeinern. Ich möchte versuchen konkret zu werden und einen ganz bestimmten Punkt ansprechen: wie siehst du dich mit den Fehlern, die du in deinem Leben getan hast? Was denkst du über dich? Ich rede davon, dass du vielleicht Sex hattest, obwohl du weißt, dass das falsch war. Eventuell hast du dich in einer Spirale von Lügen wiedergefunden, in der du Menschen, die dir lieb sind, enttäuscht und verletzt hast. Es kann aber auch sein, dass du in deiner Beziehung fremdgegangen bist und es nicht aussprichst. Vielleicht hast du in deiner Situation keinen Ausweg mehr gefunden und angefangen dich selbst zu verletzen. Mit dieser Liste der Dinge, die ein Mensch falsch machen kann, kann ich und kannst auch du ewig weitermachen.


Ich möchte in diesem Blog ehrlich zu dir sein, was meine Gedanken angeht, die ich mit bzw. durch meine Fehler hatte. Willst du wissen, was ich gefühlt habe, als ich einen der obigen Fehler begangen habe? Hass. Selbsthass. Ich habe mir immer wieder Fragen gestellt, wie zum Beispiel „Warum bin ich so dumm?“, „Wieso war ich nicht stark genug?“ oder einfach „Ganz ehrlich, du bist ziemlich schwach!“ Es gab eine Phase in meinem Leben, da habe ich täglich mit diesen Gedanken gekämpft und es war ziemlich schlimm. Dazu kam auch, dass die Sünde, die ich begangen habe, natürlich auch andere Personen mit ins Bott gezogen hat. Die Verletztheit dieser anderen Personen hat mich auf jeden Fall nicht wieder hochgezogen, sondern im Gegenteil. Es ging mir noch schlechter, weil es jetzt nicht nur darum ging, dass ich etwas falsch gemacht habe, sondern auch darum, dass ich in meiner Dummheit Menschen verletzt habe.


1.2. Wodurch habe ich meinen Wert bestimmt?

In dieser Phase ist mir ein Gedanke besonders oft in den Kopf gekommen: „Du bist es gar nicht wert, dass man dir eine zweite Chance gibt.“ Das habe ich mir immer wieder in meinen Gedanken vorgesagt und irgendwann auch angefangen, dies zu glauben. Ich war es nicht wert, ich wollte es nicht wert sein. Ich habe am eigenen Leib erfahren dürfen, dass diese Welt, in der wir leben, einem fehlerhaften Menschen keine zweite Chance gibt. Ich schätze, genau deshalb versuchen wir Menschen auch so wenig Schwäche wie möglich zu zeigen: wir haben Angst, ausgetauscht zu werden, einfach zurückgelassen zu werden und allein zu sein.


Jedenfalls, das war es, wie ich mich gesehen habe. Ich wusste, ich habe einen Fehler begangen und habe mich selbst dafür gehasst. Dadurch habe ich mich selbst weiter runtergezogen, weil ich mich in meiner Trauer und in meinem Hass irgendwie fast wohlgefühlt habe. Ich habe deutlich gespürt, dass ich durch meine Schwachheit keine zweite Chance bekommen sollte. Leere, Trauer und Scham waren Emotionen, die mich Tag für Tag begleitet haben. Traurig, oder? Kennst du solche Situationen auch? Welcher Fehler aus deinem Leben kommt dir in den Kopf, wenn du das liest?


1.3. Was hat solch eine Situation mit Hoffnung zu tun?

Wie kann ein Mensch in dieser Welt Selbsthass loswerden, um wieder anzufangen zu leben? Ich möchte dir sagen, was meine Antwort auf diese Frage ist: Gott. Das ist aber keine Antwort wie von Menschen, die so scheinen, als wenn noch nie etwas in ihrem Leben schiefgelaufen sei. Nein, das ist nicht einfach ein „Gott ist gut, er hat schon einen Plan für dich, sei gesegnet.“ Tut mir leid, aber auch wenn dies die Wahrheit ist, helfen diese Wort oftmals überhaupt nicht.


Ich habe in dieser Phase vor allem eine Sache gelernt: Ja, ich bin es tatsächlich überhaupt nicht wert, eine zweite Chance in dieser Welt zu bekommen. Ich bin schwach, ich werde weiter Fehler machen, Große und Kleine. Es kommt aber nicht mehr darauf an was ich über mich denke. Was ich von mir denke und auch, was andere über mich aufgrund meiner Fehler denken, spielt keine Rolle. Was eine Rolle spielt, ist, was Gott über mich denkt. Die Wahrheit ist auch, dass Gott uns vor nichts einfach verschont, er ist sehr ehrlich und sagt uns, dass wir fehlerhaft sind (Röm. 3, 23). Und genau an diesem Punkt trennen sich die Gedanken Gottes von der Welt.


Die Welt ist schonungslos. Du machst ein Fehler und wirst verlassen, gehasst, gemieden und daraufhin vielleicht sogar vergessen. Gott will dich, obwohl du es nicht verdient hast. Wenn du jeden Tag denkst, dass der Fehler zu groß war und du dich hasst, dann sagt Gott, dass „seine Gnade jeden Tag neu ist (Kla. 3, 23)“ und dies brauchen wir auch. Gott gibt uns einen Weg und eine Möglichkeit selbst zu erfahren, dass es uns liebt. Weißt du, wie? Er lädt uns zur Buße ein (Mat. 4, 17).

Was ist Buße? Ich möchte dir sagen, wie ich dies in meiner Situation erlebt habe: fang an zu beten und den Fehler und die Situation deiner Fehlers LAUT auszusprechen und um Vergebung zu bitten. Nimm dir Zeit, es ausführlich zu machen. Während ich das getan habe, habe ich angefangen zu weinen. Es ist so viel schwerer Fehler laut auszusprechen, als sie in Gedanken zu behalten. Ich habe aber aus zwei Gründen geweint: einmal aus Scham vor dem, was passiert ist und auf der anderen Seite aus Glück und Freude, weil in meinem Herzen erfahren durfte, was es bedeutet Gnade, also unverdiente Vergebung von Gott, zu erfahren. Er hat das getan, was er uns versprochen hat: „Wenn wir aber unsre Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und reinigt uns von aller Ungerechtigkeit (1. Joh. 1, 9).“ Gott reinigt uns von unserer Schuld und gibt uns jeden Tag aufs Neue eine neue Möglichkeit anzufangen.


1.4. Was will ich dir sagen?

In einem Satz zusammengefasst, möchte ich dir Folgendes sagen: Hör auf dich selbst durch deine eigenen Augen oder durch die Augen dieser Welt zu beurteilen und fang an, dich so zu sehen, wie Gott es tut.

Jesus selbst ist für dich gestorben und auferstanden, damit du seine Liebe erfahren darfst.

Du „wirst ohne Verdienst gerechtfertigt aus seiner Gnade (Röm. 3, 24)“ und stehst ohne Fehler vor Gott dar, wenn du Buße tust. Mit folgendem Punkt möchte ich gerne abschließen: wir Menschen sind manchmal so, dass wir zwar wissen, dass uns vergeben wurde, aber wir uns unsere Fehler dennoch immer weder vorhalten. Ich glaube, das ist nicht der Wille Gottes für unser Leben.

In Hebräer 10, 17 sagt Gott: „[…] und werde nicht mehr an ihre Sünden und ihre Ungerechtigkeiten denken.“ Und in Micha 7, 19: „Er wird sich wieder über uns Erbarmen, unsere Schuld vergeben und alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres werfen.“ Wenn du Jemand bist, der sich selbst seine Fehler immer wieder so vor Augen führt, dass sie dich runterziehen, dann stell dich folgende Frage: Wenn Gott meine Fehler und Sünden so weit ins Meer wirft und niemals wieder darüber nachdenkt, warum tue ich es?

Gott vergibt dir und gibt dir Wert, unabhängig davon, was diese Welt oder du selbst über dich denkst. Egal, was Menschen dir sagen, die Wahrheit Gottes bleibt und gibt dir Hoffnung für jede Situation in deinem Leben! Gott segne dich.

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